Hochgeschwindigkeit und langsamer Verkehr benötigen grundsätzlich separate Wege

Spurgeführter Hochgeschwindigkeitsverkehr kann nur dann sicher und effizient sein, wenn er von langsamem Güter- und Personennahverkehr völlig getrennt betrieben wird. Die infrastrukturelle Eigenständigkeit von Magnetschnellbahnen (= eigener Fahrweg) ist somit ein wichtiger Systemvorteil, der Sicherheit, Effizienz und Fahrplantreue im Hochgeschwindigkeitsbetrieb insgesamt erst ermöglicht.

Die Forderung nach „Kompatibilität“ oder „Interoperabilität“ des Hochgeschwindigkeitsverkehrs mit Gleisen und Betrieb des Schienen-Langsamverkehrs basiert auf traditioneller Rad-Schiene-Planung und ist heute in dieser Form nicht sinnvoll.

Fahrzeuge mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf gleichem Verkehrsweg behindern sich gegenseitig. Sicherheitsabstände und Zeitbedarfe wachsen. Das System wird langsamer, leistungsschwächer und tendenziell unsicher. Mischverkehre von Langsam- und Schnellverkehr sind dadurch wirtschaftlich nachteilig. Dies gilt prinzipiell für alle Verkehrssysteme gleichermaßen – Fahrräder auf Autobahnen wären ebenso unsinnig wie Motorrennsport auf Radwegen.

Ohne eine Trennung von schnellen und langsamen Verkehren behindern sich Transporte gegenseitig und mindern die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems. Personenzüge im Hochgeschwindigkeitsverkehr sollten daher prinzipiell getrennt von Güterzügen und dem langsameren Personennahverkehr betrieben werden. Schon seit dem Jahr 1964 ist der Japanische Shinkansen daher konsequent und vollständig vom langsameren Rad-Schiene-Verkehr abgetrennt. Auch der neue japanische Hochgeschwindigkeits-Maglev MLX wird bis 2025 zwischen Tokyo und Nagoya daher durchgängig auf eigenständiger Trasse realisiert - ohne Schnittmenge mit dem klassischen Shinkansen.

Interoperabilität und Kompatibilität sind stets nur innerhalb bestimmter Geschwindigkeitsklassen vorteilhaft - eine Vermischung führt zu Sicherheitseinbussen im Betrieb und kann erhebliche Gefährdung bedeuten.

Je konstanter Geschwindigkeitsniveaus gefahren werden, umso größer werden die Leistungsfähigkeit und damit auch die Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Systems.