Kapitel 8: Langfristiger gesellschaftlicher Nutzen statt kurzfristige Bilanzverbesserung

Rad-Schiene-Fahrzeughersteller interessieren sich für möglichst hohe Umsätze aus Wartung und Verschleißbewältigung. Aus betriebwirtschaftlicher Sicht kann hoher Verschleiß  für Rad-Schiene-Hersteller vorteilhaft sein, da dies Aufträge zur Instandhaltung erzwingen kann.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind dagegen möglichst geringe Aufwendungen für Wartung und Reparatur mechanischer Verschleißteile wünschenswert: Geringere Instandhaltungskosten im Betrieb tragen wesentlich zu preiswerter Mobilität bei. Für Magnetbahnen, die selbst bei höchsten Geschwindigkeiten berührungslos entlang ihres Fahrwegs schweben, sind solch niedrige Instandhaltungskosten typisch. Ein Betrieb von Magnetbahnen ist in diesem Sinne auch aus volkswirtschaftlicher Sicht vorteilhaft und wünschenswert.

Für Hersteller und Unternehmen im Rad-Schiene-Markt ist der unvermeidliche Verschleiß des Rad-Schiene-Systems in der Regel ein hochinteressanter unternehmerischer Effekt, der mittelfristig hohe Umsätze garantiert. Infrastruktur und Fahrzeuge müssen mit Ersatzteilen und intensiver Wartung in Schuss gehalten werden – je höher die Fahrgeschwindigkeiten werden, desto höher wird auch der Verschleiß – und damit der Umsatz. Gewinne erzielen Fahrzeughersteller speziell im Schnellverkehr daher immer weniger mit dem Verkauf von Fahrzeugen, sondern mit den Einnahmen aus möglichst langfristigen Instandhaltungsverträgen.

Magnetbahnsysteme, die im Betrieb weitgehend verschleißfrei sind, haben einen relativ geringen Instandhaltungsaufwand – sie sind also im Betrieb besonders kostengünstig. Unternehmen, die ihre Umsätze aber durch Wartung, Reparaturen und Verschleißteile erzielen, sehen diesen prinzipiellen Systemvorteil der Magnetbahnsysteme als eine ökonomische Bedrohung ihres Instandhaltungs-Geschäftsfeldes – und blockieren daher in der Regel die Anwendungs-Diskussion zu Magnetbahnsystemen. Aus isolierter Unternehmersicht mag solche Blockadehaltung zwar erklärbar sein, aus einer gesamtgesellschaftlichen und zukunftsorientierten Sicht hingegen ist die Behinderung volkswirtschaftlich fragwürdig, wenn nicht sogar schädlich.